Trekking in Norwegen – Rondane Nationalpark

Im Jahr 2015 bin ich mit einigen Freunden auf Trekking-Tour im Rondane-Nationalpark in Norwegen gewesen.
Nach etlichen Wochenend-Trips im Elbsandsteingebirge (Sächsiche Schweiz) war es Zeit, mal eine größere Trekking-Tour zu absolvieren.

Hier einige Fotos (leider ist die Qualität nicht immer so gut, aber die Schönheit der Landschaft lässt sich erahnen) und Stichworte:

Mit dem Flugzeug nach Oslo (Flughafen Gardermoen liegt nordöstlich von der Stadt Oslo; Oslo selbst lässt sich sehr gut mit der Bahn erreichen). Am späten Abend angekommen. Ein paar von uns versuchen, im Flughafen-Gebäude zu schlafen (das machen einige Reisende – kein Problem). Ich suche mit den anderen zusammen eine Grünfläche, abseits des Flughafens. Hinter einem Parkplatz, ca. 10 Minuten entfernt, werden wir fündig und verbringen die kurze Nacht dort.


Am nächsten Morgen ging es mit der Bahn nach Otta, ein kleiner Ort, am westlichen Fuße des Rondane-Nationalparks gelegen. Otta bietet alles, was man als Wanderer braucht: es gibt ein kleines Einkaufszentrum mit Supermarkt, es gibt 1-2 Shops mit Outdoorbedarf, es gibt ein Restaurant, etwas abgelegen gibt es einen Campingplatz (Fußmarsch vom Otta bis zum Campingplatz ca. 15 min.?) und natürlich findet man hier auch die Busstation (direkt hinter dem Bahnhof), von wo aus der Bus in den Nationalpark fährt.

Otta Rondane Nationalpark Trekking Busstation
Mit dem Bus gelangt man nach oben. Wirklich nach oben! Denn der Nationalpark liegt um einiges höher als Otta. Ein Fakt, den ich bei der Tourenplanung nicht berücksichtigt hatte. Denn der Temperaturunterschied zwischen Tal und dem höher gelegenen Nationalpark ist vor allem in der Nacht absolut relevant. Wenn es in Otta in der Nacht vielleicht 9 Grad Celsius gibt, dann sind das im Rondane Park bestimmt gefühlte 0 Grad Celsius. Der Wind tut das seine hinzu. Das macht mit einem Sommerschlafsack keinen Spaß. Immerhin half mir die Rettungsdecke ein wenig (abgesehen vom lauten Rascheln der Folie).


Aber bevor es das nächtliche Grauen und Frieren gab, stiegen wir aus dem Bus und sahen eine unendlich weite Landschaft. Ich atmetet so saubere und klare Luft ein, wie seit Jahren nicht! Selbst, wenn die Tour hier geendet hätte: die Anfahrt und dieser Anblick allein hätten sich schon gelohnt!


Wir begaben uns abseits der Schotterweges, der zugleich Anfahrtsweg für die erste bewirtschaftete Hütte ist. Die Übernachtung und ein Bier sind dort „unerschwinglich“ teuer. Nichts für Leute mit kleinem Geldbeutel und als Trekker kann so eine Hütte sowieso nur als absolute Notunterkunft taugen.


Ein paar aus unserer Truppe trennten sich an der Hütte von uns (sie kauften sich tatsächlich ein Bier!) und der Rest wanderte weiter bergauf. Es ging darum, einen Lagerplatz für die Nacht zu finden und einen Bach für das Trinkwasser (solche Bäche im Rondane Park zu finden, ist kein Problem! In der Regel kann man das Wasser ungefiltert trinken; sollte Lemming-Zeit sein, ist das Abkochen oder das Desinfizieren bzw. die Benutzung einer Filterpumpe notwendig). Immer schön entlang an den typischen roten Zeichen des Norwegischen Wandervereins (nicht vergleichbar mit den Wegweisern in Deutschland… manchmal muss man das rote „T“ etwas suchen).


Und schließlich fanden wir den ersehnten Lagerplatz, etwas oberhalb der erwähnten Hütte gelegen. Hier konnten wir hinter manchem Felsen unsere Notdurft entrichten. Hauptsache, weit weg vom Bach.

Am nächsten Tag planten wir, den höchsten Berg im Park zu erklimmen, den Rondeslottet (2178 Meter). Am Morgen sah es noch recht wolkig aus und ich war mir unsicher, ob wir es wagen sollten. Aber nach und nach klarte es auf und wir schritten an dem vielen Geröll entlang. Wer in den Rondane Park geht, muss sich an wirklich viel Geröll gewöhnen – kein Spaß für die Füße!


Zudem, wie zu erkennen, musste manches kleine Schneefeld durchquert werden. Und das im August!
Auf jeden Fall ging es jetzt nur noch bergauf, entlang vieler Steine und immer wieder das rote „T“ suchend.



Zwischendurch sah es so aus, als hätten wir den Gipfel des Rondeslottet erreicht. Zumindest hatte ich mich so gefühlt, als wäre ich schon da. Es war anstrengend (was einen Norweger-Papa nicht daran hinderte, mit seinen Kids den Gipfel zu erklimmen). Leider hatte es sich nur um eine Zwischenebene gehandelt, danach ging es kurz bergab, um den Weg schließlich wieder Richtung Himmel zu eröffnen. Aber dann war es wirklich geschafft!


Ich hielt es nicht lange in der obigen Pose aus. Der Wind wehte zu kalt und wir mussten aufpassen, nicht auszukühlen (einer der größten Gefahren beim Trekking). Etwas unterhalb des Gipfels gab es eine Steinkuhle, in der wir zumindest ein wenig windgeschützt waren und etwas essen und trinken konnten. Anschließend ging es auf der anderen Seite des Rondeslottet bergab – wieder über den Schotter. Wir waren auf der Tour echt behütet, denn diesen Weg bei Regen zu gehen, wäre u.U. lebensgefährlich gewesen: nicht nur wacklige Steine, auf denen man Halt sucht, sondern dann auch noch rutschige Steine durch den Regen…davor sind wir bewahrt geblieben.


Irgendwann, nach den ersten Fußschmerzen, fanden wir endlich ein passendes Lager. Wieder mit Frischwasser-Versorgung und einem tollen Ausblick… leider war die Nacht bedingt durch Kälte und starken Wind ein harter Test für Körper und Psyche. Manchmal wurde ich nachts wach und merkte, wie sehr ich fror. Meine Chance, mich dann noch irgendwie zu wärmen (mehr Kleidung, die Rettungsdecke). Keine Freude im Sommerschlafsack!


Am nächsten Tag trafen wir die anderen Trekking-Partner und entdeckten sogar wieder etwas mehr Vegetation! Irgendwie war das nach dem vielen Geröll ein netter Anblick!


In der Folge lasse ich einfach ein paar Bilder sprechen. Nur das in Stichworten: vorbei an einer Notunterkunft, vorbei an Schneefeldern, nach einem langen Wandertag endlich eine tiefere Ebene mit einem tollen Sonnenuntergang, weniger Wind und sofort einige Grad Celsius mehr. Das Essen vom Gaskocher war ein Festmahl! Irgendwann runter von dem Plateau (steiler Abstieg, mal wieder nicht schön für die Füße), bis nach Otta zurück und vor der Abreise auf den dortigen Campingplatz. Das Schlafen in windgeschützten und warmen Hütte war ein Hochgenuss! Die Kosten für die Tour (nur Anfahrt, Abfahrt und Camping): ca. für 200,-€ machbar!







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