Trekking und Kochen

Welchen Kocher benutzt du für das Trekking?

Erfahrene Trekking-Gesellen haben da natürlich längst ihre Erfahrungswerte.
Das Folgende wird daher eher für Trekking-Beginner interessant sein.

Vielleicht geht es dir wie mir:
Themen wie „Natur & Survival“ findest du absolut spannend!
Und du hast in zig Survival-Büchern etwas darüber gelesen, wie man ein Grubenfeuer oder Jägerfeuer herstellt. Am besten in der Nähe von Birken, weil die Birkenrinden, bedingt durch ihr Öl, selbst im feuchten Zustand brennen können. Das ist alles gut zu wissen. Immerhin kann das Trekking eine Grenzerfahrung werden. Was ist, wenn der Kocher nicht mehr funktioniert? Wenn die Streichhölzer nass geworden sind? Das Feuerzeug im letzten Lager liegen gelassen wurde – und die Strecke zurück beträgt nochmal acht Stunden strammes Wandern!?
Klar ist es gut, wenn man sich mit Hilfe eines Feuerbohrers ein Feuer entzünden kann.

Aber:
Wer seine Trekking-Tour gut plant, der wird sich nicht so gerne auf diese Survival-Methoden alleine verlassen wollen. Besser und einfacher ist es, wenn man seinen Kocher mitführt und die Dauer der Tour, die Wetterverhältnisse und den wahrscheinlichen Konsum von heißen Wasser & Co schon vorab berechnet. Das wird auch die Wahl für den richtigen Kocher erleichtern! Und was ist besser, als nach einer mehrstündigen Wanderung nicht noch nach natürlichen Brennstoffen suchen zu müssen, sondern den Kocher innerhalb weniger Momente zum Einsatz bringen kann?

Welcher Kocher ist also der beste?

Natürlich hängt viel von der Art deiner Trekking-Tour ab!
Bist du nur ein Wochenende unterwegs, z.B. im Elbsandsteingebirge?
Planst du eine Monats-Tour?
Wirst du in Mitteleuropa bleiben oder nach Lappland reisen oder nach Kenia?
Kommst du zwischendurch an „Auftank-Stationen“ ran oder bist du die ganze Zeit in der Wildnis?
All das sind wichtige Aspekte, weshalb es bei der richtigen Kocherwahl für deine Trekking-Tour keine Verallgemeinerungen geben kann.

Was ich leisten kann, ist, eine kurze Übersicht zu geben. Die Wahl musst du selbst treffen!

# Spirituskocher
Samt Windschutz, Topf/Pfanne usw. kann es sich um ein Transportgewicht von bis zu über einem Kilo handeln. Der Kocher selber hat üblicherweise eher ein geringes Gewicht, von vielleicht 100 – 150 Gramm.
Der Windschutz ist natürlich ein Muss, da er dafür sorgt, dass die Hitzeleistung bewahrt bleibt. Allerdings lässt sich die Flamme kaum regulieren. Wenn’s brennt, dann brennt es! Bei Minusgraden kann es herausfordernd sein, den Kocher in Gang zu bringen. Manchmal muss einen kleinen Extra-Brennstoff (Papier, kleines Holz) bemühen und diesen in den Kocher rein legen.
Der Vorteil des Spirituskochers ist es, dass er einfache konstruriert ist. Nix mit Düsenverstopfungen oder so.
Der Heizwert von Spiritus ist nicht „Bombe“. Dafür kann man den in unseren Breitengraden „überall“ kaufen. Tankstellen in Norwegen/Schweden haben idR Spiritus.

# Esbit-Kocher
Den habe ich letztens erst wieder bei den „Wölflings-Pfadfindern“ benutzt. Es war ein kurzes Vergnügen! Sobald der Wind in den Kocher bläst, verpufft die Energie regelrecht. Wenn dieser Esbit-Kocher nicht windgeschützt aufgestellt wird, kann man ihn für das Herstellen von Kochwasser vergessen. Also: Windschutz ist immens wichtig! Ein Esbit-Kocher ist extrem leicht – unter 100 Gramm. Ein Pluspunkt. Und sehr klein. Passt in die Hosentasche. Noch ein Pluspunkt. Wer lange Kochzeiten dafür in Kauf nimmt und sich mit Esbit-Tabletten zuschmeißt, für den ist das die „Light-Variante“ für das Trekking. Doch wie geschrieben: Krieg das Wasser erstmal zum Kochen. Ditt dauert!
Tipp: So oder so kann es sich lohnen, Esbit-Tabletten für das Trekking mitzunehmen. Ein guter Zündstoff, der hilft, auch andere Feuer in Gang zu bringen.

# Benzinkocher
Den Umgang muss man ein bisschen üben. M.E. gibt es zwei Ausführungen:
a) Kocher, die mit Benzinflasche und Schlauch (verbindet Kocher & Flasche) funktionieren.
Ist die bessere Variante, weil nix umgefüllt werden muss.
b) Kocher, die die „Flasche“ bzw. den Tank eingebaut haben.
Erstmal muss durch das Vorheizen ein Überdruck erzeugt werden. Dann fließt das Benzin in die Schale. Wenn alles gut läuft, brennt’s. Ansonsten muss man mit einem Feuerzeug/Streichholz unterstützen. Am Anfang gibt es oft eine größere Flamme (Achtung! Stichflamme möglich!). Aber: man kann ja alles am Benzinkocher regulieren. Ein bisschen wie eine japanische Tee-Zeremonie.
Der Windschutz ist auch hier wesentlich. Ist er ja meistens, weil Wind immer Heizenergie reduziert.
Wichtig: falls man Benzin daneben geht, unbedingt das Zeugs wegwischen und säubern. Sonst kann es nicht nur am Kocher brennen, sondern auch dort.
Den Kocher muss man immer auskühlen lassen. Sonst: zu heiß! Auch, wenn er mal ausgeht: erst bisschen abkühlen lassen, weil es sonst explosiv werden kann.
Das Gewicht vom Benzinkocher plus Windschutz und bisschen Schnick-Schnack kann zwischen ca. 300 und 600 Gramm liegen. Die deutlichsten Pluspunkte des Benzinkochers sind wahrscheinlich diese:
– Benzin gibt es fast weltweit.
– Benzin hat mit den besten Heizwert.
– Er funktioniert auch bei Minusgraden recht gut.

# Gaskocher
Bisher mein Favorit. Am besten Kartuschen mit Drehverschluss (nicht: Stechkartuschen). Ist ebenfalls nicht schwer (von vielleicht 150 Gramm bis 400 Gramm). Zudem empfehlenswert: Ein Gaskocher, der eine Schlauchverbindung mit der Kartusche hat. Dadurch steht das Ding stabiler. Natürlich wird der Kocher selbst auch heiß beim Heizen. Klar muss man auch auf das Abkühlen warten, bevor man ihn wieder einpackt. Geht aber schnell. Und wieder: der Windschutz ist wichtig. Ansonsten wird viel mehr Gas vebraucht als nötig. Für eine Woche Trekking in Norwegen hat für mich eine Gaskartusche locker gereicht (450 Gramm, dann noch Rest gehabt; für Kaffee am Morgen (sowie für 1-2 Mitwanderer) und warme Nudeln am frühen Abend). Allerdings gibt es m.E. einige Qualitätsunterschiede bei den Gaskochern. Meiner hat viel Power und das Wasser ist schnell erhitzt. Ich kenne aber auch Gaskocher, bei denen man zwischendurch einen Elch jagen kann… naja, leicht übertrieben. Auf jeden Fall ist die Bedienung super leicht und man kann die Hitze regulieren. Ach so, wenn du einen Gaskocher kaufst, dann vielleicht einen, den man zusammenfalten kann. Spart Platz. Und der Heizwert beim Gaskocher mit Kartusche ist fast genauso gut wie bei Benzin. Die wohl größten Minuspunkte eines Gaskochers: Schraubkartuschen/Stechkartuschen bekommt man nicht überall. Und: Ab Null Grad und drunter kann es schwer werden, den Gaskocher wirklich in Betrieb zu bringen. Mitunter können Gaskartuschen helfen, die nur aus Isobutan und Propan bestehen. Wenn’s deutlich unter minus zehn Grad werden soll, dann könnte ein Multifuel-Kocher sinnig sein. Ist aber teuer!

# Hobokocher
Die Not-Variante. Kann man spaßeshalber mal ausprobieren. Besser als nix. Aber auch kein Kocher, mit dem ich eine Trekking-Tour auf Dauer machen will. Wer mehr zum Hobokocher wissen will, wird z.B. auf Wikipedia fündig.

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.