Sachen, die ein Prepper unbedingt braucht!

Worauf bereitet man sich vor? Welche Krise erwartet man?
Das Leben kann so kunterbunt sein, dass es schwer ist, die wichtigsten Sachen aufzulisten, die man für den Krisenfall braucht. Und im Worst-Case-Szenario werden diese Sachen sowieso geschrottet und plötzlich muss man Survival-Methoden anwenden. Gut, dass es nicht immer um den schlimmsten Fall geht!
Deshalb macht es durchaus Sinn, für eine minimale Grundausrüstung zu sorgen. Man hat ja auch den Werkzeugkasten mit Geräten voll, die man vielleicht nur zweimal im Leben verwendet.

Und klar, an der Stelle behandeln wir nicht den 3.Weltkrieg, sondern eher ein Szenario wie das:
Seit Tagen schneit es ununterbrochen und man ist für einige Tage in der Bude eingeschneit. Oder: Es gibt einen heftigen Stromausfall, der ein Gebiet für 2-3 Tage lahmlegt. Oder: Man hat vergessen, dass Gäste kommen und hat nicht genug zum Essen gekauft. 🙂

Das ist die Minimal-Austattung, die ein weiser Mensch vor Ort haben sollte:

1. Wasser
Du weißt: Ohne Essen halten wir – je nach Gesundheitszustand – bestimmt drei Wochen aus (die Schätzungen sind unterschiedlich, je nach Situation und körperlicher Verfassung). Aber ohne Trinken können wir innerhalb von drei Tagen sterben. Zudem können wir Wasser für das Kochen gebrauchen und für die Hygiene. Entsprechend geht es nicht nur um das Überleben, sondern auch um die Vermeidung von Krankheiten durch mangelnde Hygiene. Doch worauf stellt man sich ein? Wer eher abgeschottet lebt oder wirklich in einer Krisenregion wohnt, braucht einige Liter mehr. Wer in einer modernen Großstadt wohnt, kann darauf spekulieren, dass die Behörden alles ransetzen werden, eine kaputte oder infizierte Wasserversorgung mit allem Elan wieder flott zu machen. Das kann innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen passieren.
Pro Person kann man grob kalkulieren: zwei Liter Trinken pro Tag / 0,5 Liter für das Kochen / 1-2 Liter für die Hygiene. Diese Angaben variieren je nach persönlichem Bedarf. Wer aber mit ca. 4 Liter Wasser pro Person und pro Tag rechnet, macht nichts falsch.
Je nach Anzahl der zu versorgenden Personen kann das schnell zu einem Platzproblem werden. Wo lagert man all das Zeug? Und: Worin bewahrt man das Wasser auf? Das sind Detailfragen, zu denen ich ein anderes Mal Stellung nehmen werde.

2. Reis, Bohnen, Honig, Haferflocken, Mais, Nudeln, Zartbitterschokolade
Diese Nahrungsmittel lassen sich natürlich erweitern. Ihnen zu eigen ist, dass sie idR ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben, das sich sehen lassen kann. Wichtig: eine Liste anfertigen, auf der die Daten verzeichnet sind, an denen das Essen schlecht werden kann. So behält man den Überblick, um rechtzeitig das Essen zu verbrauchen und neues Essen nachzuliefern. Manche US-Prepper schwören auch auf Peanut-Butter. Hat viele Kalorien und hält einigermaßen lange.
Aber vor allem Honig ist eine gute Nummer: Honig hat leichte antibakterielle Wirkung, süßt das Essen, kann u.U. zur Wundheilung eingesetzt werden, gibt viel Energie usw.
Und wieder: Für wieviel Tage planst du? Und für wieviel Menschen? Berechne das! Pro Mensch ein täglicher Kalorienbedarf von ca. 1500 kcal ist nicht zu wenig.

3. Salz
Reis ohne Salz? Bäh!
Schmeckt nicht!
Salz hält ebenfalls super lange und macht die Speisen leckerer.
Aber Salz kann auch den Salzhaushalt im Körper wieder aufrichten. Gerade bei schwerer körperlicher Arbeit kann es nötig sein, den Salzhaushalt wieder aufzupäppeln.

4. Vitamine
Manche schwören auf Trockenobst. Kann man sogar selbst herstellen! Aufwendig, aber billiger.
Zumindest sollten ein paar Vitamin-Präparate vorhanden sein. Vitamin C, D und B12 sind sehr wichtige Vitamine. Ergänzen kann man das mit Eisen- und Zinktabletten. Das sollte zum Allgemeinwissen gehören: Diese Vitamin-Präparate ersetzen nicht das Essen von richtigem Obst und Gemüse! Aber im Notfall oder bei besonderer Belastung haben sie ihren Stellenwert.

5. Medizin
Ein Erste-Hilfe-Koffer ist wichtig. Kann man schon „fertig“ kaufen. Muss aber um die Medikamente ergänzt werden, die man persönlich braucht. Was sicherlich nicht in allen Verbandskästen vorhanden ist: eine Salbe, die für gute Durchblutung sorgt (bei Muskelschmerzen); ein Eis-Spray; Baldrian-Tropen zur Beruhigung; Zeckenzange usw.
Abgesehen davon schadet es nicht, einige Pflaster und Verbandszeugs zusätzlich vor Ort zu haben.

6. Feuer
In dramatischen Zeiten kann es wirklich hilfreich sein, ein Feuer anzuzünden, entweder, weil es darum geht, ein Essen zuzubereiten oder um Wärme zu erzeugen. Mitunter können Gaskocher, Benzinkocher o.ä. helfen, wobei bei jedem Feuer die Zufuhr von frischer Luft im Zimmer unerlässlich ist. Ansonsten droht der leise Tod durch giftige Gase! Aber eine Austattung von Streichhölzern und Feuerzeug muss vorhanden sein. Je nach Vorliebe besorgt man sich noch einen Feuerstarter, Zunder, Reservebenzin, einen Gasheizer, Kerzen oder anderes.

7. Technik
Taschenlampen mit Ersatzbatterien, ein Kurbel-Radio oder zumindest ein Batterie-Radio mit Weltempfänger, eine Uhr, 1-2 gute Messer, eine Grundausstattung mit Werkzeug (Hammer, Nägel, Schraubenzieher usw – gehört ohnehin in jeden Haushalt), ein einsatzfähiges Ersazthandy mit Ersatzakku, Aufladeeinrichtung via Solarenergie, Walkie-Talkies mit Ersatzbatterien… all das macht Sinn, auch im „Nicht-Survival-Alltag“ (okay, die Walkie-Talkies sind dann eher Spielzeug, macht aber auch Spaß).

8. Infomaterial
Kartenmaterial der näheren und weiteren Umgebung, Adressen deines „Urban Tribes“ sowie von Ärzten, Krankenhäusern und anderen Hilfseinrichtungen… überlege, welche Kontakdaten du gebrauchen kannst. Im blödsten Fall gibt es keinen Internetempfang, du hast keine „Gelben Seiten“, aber brauchst Kontaktdaten! Was dann? Deshalb: Habe alles schriftlich im Lager!

9. Braucht man Waffen?
Manche Hardcore-Prepper sehen das als ein Muss an. Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Gesellschaft immer gespaltener wird und eines Tages mordende und vergewaltigende Banden durch die Straßen ziehen, machen Waffen absolut Sinn. Aber meine Hoffnung ist ja, dass diese Erfahrungen in Deutschland nicht so schnell auftauchen. In anderen Teilen der Welt ist es leider so. Schlimm.
Ich finde das an Waffen aber heikel: Wer mit diesen nicht wirklich sicher umgehen kann, kann selbst Opfer der eigenen Waffe werden! Was tun, wenn der Angreifer plötzlich deine Waffe in der Hand hat und sie gegen dich richtet? Ganz doof!
Deshalb: Wenn du eine Waffe zur Selbstverteidigung haben willst, dann trainiere damit auch! Dann lerne die Sicherheitsregeln! Dann spiele damit nicht rum! Dann verstecke sie kindersicher! Und: Achte die Gesetze! Es gibt ein Waffengesetz!
An der Stelle noch der Hinweis: Viel cooler ist es, wenn du einen Kampfsport/eine Kampfkunst beherrschst und ein paar Grundregeln des Konfliktmanagements in Krisenfällen parat hast!

10. Notfall-Rucksack & Zubehör?
Ebenso fraglich. Wer einen Notfall-Rucksack plus Zubehör haben will, geht wirklich von einem sofortigen Flucht-Szenario aus. Ich persönlich wüsste aktuell nicht, welches Szenario das in Deutschland sein soll. Aber sei’s drum: schaden tut es auch nicht… wenn man denn das nötige Kleingeld dafür hat. Ich will die Details eines Notfall-Rucksacks hier nicht erläutern. Das kommt ein anderes Mal. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät! 🙂

Fehlt was?
Dann ergänze per Kommentar!

Und hier gibt es die Liste als kostenlosen Download: Vorratsliste für den Krisenfall (pdf)

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